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Unsere Besinnungstage in der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth
vom 3. bis 5. Juni 2005

„Es waren drei wunderbare Tage hier in der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth“, das war die einhellige Meinung der Seminarteilnehmerinnen, als wir von dieser bezaubernden, nur 12 Hektar großen Insel Abschied nehmen und in alle Himmelsrichtungen unsere Heimreise antreten mussten.

„Höre und neige das Ohr deines Herzens“, das war nicht nur das Thema unseres Seminars gewesen, sondern sind auch gleichzeitig die beginnenden Worte des Prologs der anderthalb Jahrtausend alten und bis heute lebendigen und gültigen Regula Benedicti, wie wir von unserer Seminarleiterin, der Benediktinerin Sr. Eva-Maria lernen konnten. Von ihr wurden wir auch in das Leben und das Gesamtwerk ihres Ordensgründers eingeführt. Die von Sr. Eva-Maria herausgearbeiteten und an die Teilnehmerinnen ausgeteilten zahlreichen Stellen aus der Benediktus-Regel und der Bibel sowie weitere Texte, in denen es um Hören, Gehör und dem damit verbundenen Gehorsam ging, waren grundlegend für gemeinsame Besinnung, Reflexion, Konzentration, Kontemplation und gemeinsames Gebet.

Alles dies ... und ebenso die persönliche Begegnung mit den „anderen“ Benediktinerinnen, sei es mit Frau Scholastika, der Seminar- und Tagungsmanagerin - ohne die nichts läuft -, sei es mit den Schwestern im Gebet bei der Vesper und in der hl. Messe, sei es mit der jungen Schwester, die uns im Rahmen der Kloster- und Kirchenführung mit der Geschichte der bereits im 8. Jahrhundert gegründeten Abtei und mit dem Leben und Wirken der „zweiten Stifterin“ und seligen Irmengard vertraut machte, und die auch die Webmasterin des Klosters ist, sei es mit Sr. Katharina, die uns durch ihren prächtigen Klostergarten führte ... alles dies bleibt unvergessen, hat uns in jeder Hinsicht bereichert und angeregt ...

Alles dies und noch mehr wollen wir in einer verbandsinternen Dokumentation festhalten, an der alle Seminar-Teilnehmerinnen mitarbeiten werden.

 

Buchempfehlung

Die Benediktusregel. REGULA BENEDICTI
lateinisch/deutsch. Herausgegeben im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz.
Beuroner Kunstverlag. Bern. 3. Aufl. Sept. 2001.

Allein schon die äußere Aufmachung lässt mich gern zu diesem Buch greifen, das ich mir während unserer Besinnungstage in der Abtei Frauenwörth – Anfang Juni 2005 - im Klosterladen der Benediktinerinnen gekauft hatte. Das Bild auf dem Umschlag nämlich ist eine wunderschöne schwarz-rote Federzeichnung mit dem hl. Benedikt aus einer im 12. Jahrhundert in Ottobeuren entstandenen Handschrift. Diese Handschrift wird heute in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart aufbewahrt und wegen ihrer Einbandfarbe „roter Ottobeurer Codex“ genannt.

Bei dem Buch „Die Benediktusregel/REGULA BENEDICTI“ handelt es sich um eine Neuübersetzung des anderthalb Jahrtausend alten und noch heute maßgeblichen Textes des hl. Benedikt von Nursia. Sie wurde in fünfjähriger Arbeit von einer Kommission der Salzburger Äbtekonferenz, der die Oberen aller Benediktinerklöster deutscher Zunge angehören, erarbeitet. Mit ihrer Neuausgabe ging es der Kommission darum, eine auf wörtlicher Übersetzung des lateinischen Textes basierende, verständliche und lesbare Übertragung sowie eine wissenschaftlich saubere, dem Stand der heutigen Forschung angepasste Gestaltung des lateinischen Textes zu erstellen.

Dem lateinisch-deutschen Text geht eine Einführung über das frühchristliche und vorbenediktinische Mönchtum, seine Wurzeln und großen Gestalten voran. Und in dem besonders umfangreichen Kapitel „Zur Spiritualität der Regula Benedicti“ werden wir mit den Weisungen der Regula Benedicti zur Gemeinschaft (Gemeinschaft als Haus Gottes, Dienst des Abtes, Die übrigen Dienste in der Gemeinschaft), zur geistlichen Kunst (Hören, Gehorsam, Schweigen, Demut, Discretio, Freude, Liebe) sowie zur benediktinischen Lebensgestaltung (Gebet, Lectio divina, Arbeit, Gastfreundschaft, Pax Benedicta) vertraut gemacht.

Ein wunderbares Buch, das uns in jeder Hinsicht viel zu sagen hat! Wir müssen nur lernen hinzuhören... Obsculta, o fili, praecepta magistri et inclina aurem cordis tui et admonitionem pii patris libenter excipe et efficaciter comple...

Dr. Irmingard H. Grimm-Vogel

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